Zeit-Intelligenz

Alle Menschen spüren gewaltige Veränderungen und große Umbrüche. Die zur Verfügung stehende Zeit wird dabei nicht nur hektischer, sondern auch als immer kürzer empfunden, ja sogar als chaotisch bezeichnet. Stabile, und mit den Instrumenten des klassischen Marketings, einigermaßen berechenbare Märkte lösen sich auf, werden sprunghaft und verlieren ihre Kontinuität. In der Erinnerung sprechen dann viele Menschen von den so genannten "guten alten Zeiten", und sehnen sich zurück nach der damaligen Stabilität.

Handelt es sich eigentlich nur um ein Gefühl oder ist die Zeit tatsächlich viel hektischer geworden? Und woran liegt es, dass die Menschen in der heutigen Zeit seelisch, körperlich und geistig immer früher an ihre Grenzen stoßen?

Die Zeit an sich hat sich doch nicht geändert! Ihre objektive Fließgeschwindigkeit ist die gleiche wie vor Urzeiten; der Faktor Mensch hat sich auch nicht verändert, bzw. ist von seinen gehirnphysiologischen Möglichkeiten eher noch leistungsfähiger geworden. Was sich in gravierender Weise gewandelt hat, ist eindeutig die Anzahl der Informationen pro Zeiteinheit, die es zu verarbeiten gilt. Die humanmedizinischen Bereiche sprechen von der sog. Reizüberflutung. Betrachten wir einmal einen Menschen und sämtliche auf ihn einströmenden Einflüsse wie er vor 80 oder 100 Jahren gelebt hat, dann wird uns sofort klar, warum wir die heutige Zeit als so extrem stressig empfinden.

Aus der Denk- und Verhaltensforschung weiß man, dass sich das Gehirn des Menschen in dieser, evolutionär gesehen, extrem kurzen Zeitspanne in seiner Arbeitsweise mehrfach verändert hat. Es ist heute in der Lage wesentlich mehr Informationen gleichzeitig aufzunehmen, als noch vor 50 Jahren. Vereinfacht dargestellt könnte man sagen, dass das Gehirn unserer Großeltern noch nach dem klassischen Prinzip Erkennen - Bewerten - Handeln gearbeitet hat, wobei das Bewerten gefühlsmäßig wesentlich stärker ausgeprägt war, als bei heutigen Menschen.

Weniger Hochs und Tiefs im Verlauf eines Menschenlebens garantierten eine wohltuende Kontinuität der Dinge. Zunehmender Informationsfluss aber ließ sich auf diese Weise nicht mehr in gleicher Intensität verarbeiten. Nicht oder nur unzureichend verarbeitete Gefühlsreaktionen führen zwangsläufig zu den bekannten medizinischen Symptomen, krankmachender Streß entsteht, der in der Folge zu den bekannten Zivilisationskrankheiten führt, und in vielen Fällen leider auch tödlich endet. Zyniker bezeichnen diese menschlichen Folgen als Preis für den Wohlstand. Wird jedoch der Wohlstand mit der Gesundheit derjenigen bezahlt, die ihn erreichen wollen, so führt sich das ganze System fraglos ad absurdum. Das wird deutlich, wenn wir uns einmal die Zielsetzung eines Individuums namens Mensch genauer betrachten. Diese hat sich im Laufe der Jahrtausende nämlich gar nicht verändert. Gemeint ist ein Leben zur Freude der eigenen Person und der Mitmenschen, in Gesundheit geführt, und ausschließlich der eigenen persönlichen Entwicklung dienend.

Muss die Menschheit, um diese Ziele zu erreichen, zurückmarschieren in die Zeit vor der Industrialisierung? Heißt die Devise: "Vorwärts Leute, es geht rückwärts?" und finden wir uns dann bald im heute so belächelten Neandertal wieder? Nichts von alledem ist nötig!

Es gibt einen Denkansatz, der die Seele, den Geist und den Körper mit der heutigen und mit der noch schneller werdenden Zeit in Einklang bringen kann. Gemeint ist die Zeit-Intelligenz, ein Instrument, das den Geist schneller und flexibler macht. Dies geschieht durch einen Wandel im Bewusstsein, wobei der Geist so konditioniert wird, daß er mit dieser neuen Qualität von Zeit souveräner und auch gelassener umgehen kann. Probleme werden aus der neuen Sichtweise zu Herausforderungen, Schwierigkeiten werden als Hinweisschilder zur Richtungsänderung erkannt und Aggression wird als das verstanden, was es schon immer war, nämlich als Hilferuf nach Verständnis.

In modernen Mentaltrainings wird die eigentliche Ressource des Menschen gefördert und fit gemacht, die Rede ist vom menschlichen Geist. Der machende Manager wird in diesem Szenario abgelöst vom schöpferischen Unternehmer. Sein Geist ist genauso schnell, paradox und komplex, wie der Geist in den Märkten, die er beliefert.

Der japanische Elektronikboss Konosuke Matsushita hat den westlichen Unternehmern folgenden Satz in das Stammbuch geschrieben: "Der Grund für das industrielle Versagen des Westens liegt in den Köpfen der Menschen." Für ihn besteht das japanische Management in der Kunst, das intellektuelle Potential aller Mitarbeiter des Unternehmens zu mobilisieren und einzusetzen.

Und so wird in den oberen Etagen der deutschen Wirtschaftsunternehmen langsam begriffen, dass es so etwas wie einen kollektiven Geist eines Unternehmens gibt. In Pilotprojekten wurde nachgewiesen, dass durch den Einsatz von Dynamikprinzipien und die gezielte Nutzung des kreativen Mitarbeiterpotentials eine Produktivitätssteigerung in einer unvorstellbaren Größenordnung von 32 % möglich ist. Bei der Freisetzung dieses gewaltigen Potentials geht es aber nicht einmal nur darum, die Produktivität, bzw. im Dienstleistungsbereich die Effektivität, zu steigern, sondern vor allem um die Freilegung menschlichen Potentials durch Partizipation.

Persönlichkeitsentwicklung ist ein weiteres Thema. Sie ist nicht zu vergleichen mit der heutigen Personalentwicklung. Gemeint ist viel eher ein Verantwortungstraining für den Umgang mit Menschen.

Wenn Produkt und Technik austauschbar sind, kann nur der Geist des Unternehmens den Unterschied ausmachen. Werden Probleme und Vorstellungen der Kunden total verinnerlicht und als oberste Zielsetzung mit Lösungen versehen, entstehen Menschen, deren Wissen, Können, Einstellungen, Einsatzfreude und Zuverlässigkeit unverwechselbar ist. Es geht also hauptsächlich um geistiges Zusammenspiel. Zeit-Intelligenz heißt aber auch, kein Misstrauen gegen die eigene Person, gegen das eigene Potential und vor allem gegenüber Neuem. Dies bedeutet Stärkung und Stabilisierung der eigenen Persönlichkeit. Nicht Auftritt, Macht-Schein, Stärke und Durchsetzungsgewalt sind die Merkmale des modernen Unternehmers, sondern das Handeln aus der eigenen Mitte, aus der inneren Harmonie heraus. Zeit-Intelligenz heißt aber auch und vor allem die Ablösung des Vergangenheits-Denkens durch das Zukunfts-Denken, wobei die Gegenwart der Zeitpunkt ist, an dem die Zukunft gemacht wird. Der bekannte Zukunftsforscher Gerd Gerken hat es einmal so ausgedrückt: "Die sicherste Art der Zukunftsprognose ist es, die Zukunft selbst zu gestalten."

Die Formel für mehr Power, für dauerhafte Energie, heißt also: "Mentale Fitness". Wo aber Spaß, Glücksgefühle, Freude und konstruktives Denken fehlen, da haben Krankheiten gute Chancen. Der Nährboden für den kreativen Lebenserfolg und die Zeit-Intelligenz heißt innere Gelassenheit, entspannen können, Lernbereitschaft, Liebe zum Unternehmen und zu den Produkten und vor allem das Loslassen von der Vergangenheit. Die Physiologie des Gehirns hat sich bereits umgestellt: der moderne Mensch kann wesentlich mehr Informationen gleichzeitig aufnehmen, ohne sie zu bewerten, er kann widersprüchliche Informationen parallel verarbeiten, und hat die Reizschwelle für Informationen aller Art deutlich erhöht. Nun ist es an uns, für einen flexiblen, trainierten Geist zu sorgen.

Wer nicht an sich selbst arbeitet, an dem arbeitet das Leben!

Albrecht Henze

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